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Wie KI-Coaches Schüler gezielt bei der Berufswahl unterstützen

Die Stadt Dortmund geht einen konkreten Schritt, der in unserem Schulalltag direkt ankommt: Wie die Stadt berichtet, begleiten zwei virtuelle KI-Coaches mit den Namen Spike und Neo Schülerinnen und…

Wie KI-Coaches Schüler gezielt bei der Berufswahl unterstützen

Die Stadt Dortmund geht einen konkreten Schritt, der in unserem Schulalltag direkt ankommt: Wie die Stadt berichtet, begleiten zwei virtuelle KI-Coaches mit den Namen Spike und Neo Schülerinnen und Schüler durch ein interaktives Abfrageprogramm zur Vorbereitung auf ihre Berufsausbildung. Rund 100 Neunt- und Zehntklässlerinnen und -klässler der Anne-Frank- und der Martin-Luther-King-Gesamtschule haben den Chatbot in einem Pilotprojekt erprobt, die erste Phase ist inzwischen abgeschlossen. Zeitgleich, nur wenige Kilometer entfernt, hat die Hochschule Bochum ihre offizielle Hochschulstrategie zur Künstlichen Intelligenz veröffentlicht, die den verantwortungsvollen Einsatz in Studium, Lehre und Prüfungen hochschulweit verankern soll. Beide Initiativen zeigen, dass KI den Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium gerade spürbar verändert.

Was Spike und Neo konkret leisten

Bevor der KI-Bot an den Schulen überhaupt mit Jugendlichen sprechen durfte, waren laut Stadt umfangreiche Abstimmungen und eine datenschutzrechtliche Prüfung erforderlich. Wichtig war dabei: Es werden keine Daten der jungen Nutzerinnen und Nutzer gespeichert, selbst der Name wird durch einen Spitznamen ersetzt. Technisch basieren Spike und Neo auf der API von OpenAI und greifen vor allem auf die Datenbestände der städtischen Plattform dortmundatwork.de zurück, auf der Unternehmen ihre Ausbildungsangebote veröffentlichen und Praktikumsplätze vermittelt werden.

Die Jugendlichen starten den Chatbot in einem geschlossenen Bereich und beantworten drei offen gestellte Fragen: Wobei fragen dich andere um Hilfe? Was macht dir so viel Spaß, dass du dabei die Zeit vergisst? Wofür begeisterst du gerne andere? Genau diese Selbstreflexion ist es, die im pädagogischen Alltag oft zu kurz kommt. Am Ende schlagen Spike und Neo fünf Ausbildungsberufe vor, die zu den Antworten passen, und liefern auf Wunsch tiefergehende Informationen: Welche Unternehmen in Dortmund bilden in dem Feld aus? Welche Branchen kommen noch in Frage? Wie sieht es mit dem Verdienst während und nach der Ausbildung aus? Ergänzend trainieren die Coaches mit den Jugendlichen Bewerbungsgespräche.

Erste Rückmeldungen aus den Klassen

Das Team des Regionalen Bildungsbüros begleitet die Jugendlichen beim Umgang mit dem KI-Bot und wertet die Erfahrungen über einen Fragebogen aus. Aus den bisherigen Rückmeldungen klingt viel Ermutigendes durch: Der 16-jährige Tester Armanto Cakri sagte der Stadt, der Chatbot habe ihm sehr geholfen, allerdings würde er sich noch genauere Fragen wünschen. Der 17-jährige Mario Marsavela berichtete, Neo komme sofort auf den Punkt und biete an, ihn für Bewerbungsgespräche zu schulen — das fand er richtig gut. Sogar für ein Studium zu interessieren, gelang dem Chatbot bei einigen Jugendlichen.

Was wir für unsere eigene Praxis mitnehmen

Wir können beobachten, dass hier ein didaktischer Kniff steckt, der sich auf viele Lernsettings übertragen lässt: drei offene Impulse, die zur Selbstreflexion anregen, bevor das System Vorschläge macht. Wer Spike und Neo in der Praxis erlebt, sieht zudem, dass die Coaches kein Ersatz für Beratung sind, sondern ein zusätzliches Angebot — eine niedrigschwellige erste Orientierung, die Schülerinnen und Schüler überhaupt erst ins Gespräch über ihre Stärken bringt. Für unsere eigene Arbeit heißt das: KI-Tools können den Übergang in Ausbildung und Studium erleichtern, wenn sie datensparsam, transparent und eingebettet in eine begleitende pädagogische Beziehung eingesetzt werden. Lassen Sie uns das im Auge behalten — und beim nächsten Mal gemeinsam überlegen, welche offenen Fragen wir uns selbst für den Einsatz solcher Coaches in unserer Schule wünschen würden.