KI-Kompetenz für Lehrkräfte: Praxis-Workshop an der Hochschule Furtwangen
Die Hochschule Furtwangen (HFU) bietet am 25.

September eine eintägige Fortbildung für Informatiklehrkräfte an, die technische Grundlagen großer Sprachmodelle mit rechtlichen und didaktischen Rahmenbedingungen verknüpft. Laut Mitteilung der HFU stehen Funktionsweise von LLMs, eine Python-Einführung mit eigener KI-Programmierung sowie Richtlinien zum rechtssicheren Einsatz im Vordergrund. Anmeldeschluss ist der 18. September.
Programmstruktur und Zielgruppe
Die Veranstaltung läuft von 9 bis 16 Uhr am Campus Furtwangen und wird von der Fakultät I „Computer Science and Applications" getragen. Zielgruppe sind Lehrkräfte allgemeinbildender und beruflicher Gymnasien im Informatikbereich. Inhalte im Überblick:
- Einblicke in die Funktionsweise großer Sprachmodelle
- Python-Einführung mit Programmierübung einer eigenen KI
- Richtlinien zum sinnvollen und rechtssicheren KI-Einsatz im Unterricht
- Werkzeugkasten: KI-Tools für Lehrkräfte
- Podiumsdiskussion zu Best Practice an Schule und Hochschule
Erstmals integriert die HFU eine Podiumsdiskussion in das Format. Der Fokus auf Kritisches Denken bei generierten Inhalten ist explizit Teil des Programms, ebenso die Frage, welche Rolle Lehrkräfte im KI-Zeitalter künftig tragen.
Kontext: Fortbildungswelle mit Lücken
Die HFU-Veranstaltung steht nicht allein. An der RPTU in Kaiserslautern fand laut Bildungsserver Rheinland-Pfalz der erste landesweite Tag der Lehrkräftebildung statt, mit Workshops zu Aufgaben- und Prüfungskulturen im KI-Zeitalter. International baut Google sein kostenloses Schulungsprogramm für Lehrkräfte rund um Gemini aus. Gleichzeitig zeigt ein Bericht von Tech Policy Press, dass in vielen US-Schulbezirken zum neuen Schuljahr weiterhin verbindliche Richtlinien für generative KI fehlen — bei flächendeckender Nutzung durch die Schülerschaft. Deutschland wirkt mit Formaten wie HFU und RPTU organisierter, allerdings regional fragmentiert.
Bewertung für die Schulpraxis
Aus Infrastruktursicht zählt an der HFU-Fortbildung vor allem die Verbindung von technischem Unterbau (LLM-Funktionsweise, eigene KI-Programmierung) mit Compliance-Themen. Wer nachvollziehen will, warum ein Modell bestimmte Ausgaben produziert, erhält hier zumindest einen Einstieg. Ein einzelner Tag ersetzt keine schulweite Strategie.
Entscheidungsrelevante Punkte:
- Eigene KI-Programmierung setzt funktionierende Laborumgebung voraus, nicht auf Standard-Hardware der Teilnehmenden übertragbar
- Zielgruppe Gymnasium/Berufskolleg schließt andere Schulformen aus
- Rechtssicherheit wird als Thema adressiert, aber nicht zertifiziert; Verbindlichkeit hängt an der eigenen Schulpraxis
- Folgeformate sind nötig, um das Gelernte in nachhaltige Unterrichtsbausteine zu überführen
Go für Gymnasiallehrkräfte Informatik mit Programmiervorkenntnissen oder Bereitschaft zur Einarbeitung in Python. No-Go für Teilnehmende ohne technische Affinität oder Schulen, die primär eine schulweite, verbindliche KI-Richtlinie erwarten — dafür reicht der Formatzuschnitt nicht.