KI-Kompetenz für Lehrende: Wie Universitäten den digitalen Wandel gestalten
Genau dort setzen Programme wie das neue "How AI Works" an der University of Pennsylvania an.

Kennen Sie das Wochenende, an dem Sie endlich die KI-Tools Ihrer Hochschule ausprobieren wollten — und dann zwischen Konferenzanmeldungen, E-Mails und einem Stapel Klausuren einfach nicht dazu kamen? Genau dort setzen Programme wie das neue "How AI Works" an der University of Pennsylvania an. Wie die Hochschule berichtet, startet dort im Oktober ein hybrider Crashkurs für Lehrende, der bis zu 100 Teilnehmende pro Semester erreichen soll. Ziel ist nicht nur KI-Kompetenz, sondern auch ein Bewusstsein dafür, wie Studierende die Technologie nutzen — damit Dozentinnen und Dozenten sie dort abholen können, wo sie stehen.
Ein Kurs, der Zeit für Austausch lässt
Geleitet wird das Programm von Bhuvnesh Jain, KI-Beauftragter der School of Arts & Sciences und Co-Vorsitzender des Penn-AI-Councils. Anders als bei einem klassischen Vortragsformat schauen die Teilnehmenden zunächst aufgezeichnete Lectures und treffen sich anschließend zu einer Stunde Diskussion, Gruppenarbeit und einem Hands-on-Lab. Unterstützt wird Jain laut Mitteilung der Universität von Rachel Hoke vom Center for Excellence in Teaching, Learning, and Innovation sowie von Jajwalya Karajgikar aus den Penn Libraries. Parallel zum breiten Einstieg rollt ein Department-Level-Training aus, bei dem jede Fakultät eine Person als "AI faculty facilitator" benennt, die einmalig schult und danach für Sprechstunden zur Verfügung steht.
Von der Einzelinitiative zur Hochschulaufgabe
An der Penn State University geht die College of Education einen ähnlichen Weg, macht ihn aber strukturell verbindlich: Priya Sharma, Associate Professor für Learning, Design and Technology, ist seit dem 1. August für zwei Jahre als Faculty Director for AI Literacy and Innovation eingesetzt. Laut Mitteilung der Hochschule arbeitet sie mit Susan Land, interim associate dean for faculty affairs, sowie mit Lehrenden aus dem College daran, KI-Kompetenz systematisch aufzubauen. Dean Gwendolyn Lloyd hebt laut der Universität hervor, dass Sharma Ethik, menschliche Verbindung und Bildungszweck in den Mittelpunkt stellen soll. Sharma selbst beschreibt ihre Vision als fakultätsgetragen: weg vom reinen Verstehen, hin zur Souveränität im Bewerten, Auswählen und Anwenden von Werkzeugen. Geplant sind wiederkehrende Fallstudien-Sitzungen, fachspezifische Workshops, eine geprüfte Ressourcen-Website — und Demonstrationen durch Anbieter, bei denen Lehrende die Werkzeuge kritisch prüfen und Einfluss auf deren Gestaltung nehmen können. Ein Modell, das sich auch für unsere Hochschulen anbietet: KI-Kompetenz für Lehrende wird kuratiert, zeitlich verankert und mit Räumen für kollegialen Austausch verbunden — nicht länger dem Zufall überlassen. Lassen Sie uns in den eigenen Gremien einmal nachfragen, wer bei uns diese Rolle übernehmen könnte.