KI als Lernbegleiter: Neues E-Learning-Modul der Universität Leiden für Lehrende
Die Universität Leiden hat gemeinsam mit dem Asian Development Bank Institute das kostenfreie Schulungsmodul „AI in Education" veröffentlicht.

Wie die Hochschule mitteilt, vermittelt der Kurs Lehrenden Wege, pädagogische KI-Assistenten so in den Unterricht einzubinden, dass sie eigenständiges studentisches Lernen anregen – nicht die schnelle Antwortproduktion. Für uns in Schule, Hochschule und Weiterbildung ist das ein wichtiges Signal: Hier wird Gestaltung diskutiert, nicht Verbote.
Ein Kurs, der bei der Unterrichtsrealität beginnt
Wir kennen die Situation: Studierende oder ältere Schüler:innen reichen Texte ein, die sprachlich perfekt wirken, aber beim Nachfragen zeigt sich, dass der eigentliche Denkprozess fehlt. Genau hier setzt das Leidener Modul an. Es geht nicht darum, KI aus dem Unterricht zu verbannen, sondern sie als Lernbegleiterin einzusetzen – als Werkzeug, das Rückmeldungen gibt, Fragen stellt und den nächsten Lernschritt vorschlägt. Die zentrale didaktische Idee: Die Lernenden bleiben die Denkenden, die KI wird zum Gerüst, nicht zum Ghostwriter. Was nach einer kleinen Verschiebung klingt, ist in der Wirkung enorm: Aus der Maschine, die Antworten liefert, wird ein Spiegel, der den eigenen Lernweg sichtbar macht.
Was wir daraus mitnehmen können
Auch wenn der Kurs sich primär an Hochschullehrende richtet, lassen sich seine Prinzipien direkt auf unsere eigene Praxis übertragen. Drei Fragen helfen beim Ausprobieren: Unterstützt das Tool einen Lernschritt, den die Lernenden selbst noch nicht sicher gehen? Macht es den Denkprozess sichtbar, statt ihn zu überspringen? Und ist ehrliche Binnendifferenzierung möglich – zwischen denen, die das Tool brauchen, und denen, die dadurch nur abgelenkt werden? Scaffolding funktioniert in der Schule wie in der Hochschule, wenn wir bereit sind, Kontrolle abzugeben und die Lernenden zu ermächtigen. Probieren wir es aus, bevor wir urteilen.
Was noch offen bleibt
Bevor wir das Modul fest in unsere Fortbildungsplanung einbauen, lohnt sich ein genauer Blick: In welchen Sprachen ist es verfügbar, welche Materialien begleiten die einzelnen Einheiten, und wie viel Zeit müssen wir realistisch einplanen, um das Gelernte im eigenen Kollegium weiterzudenken? Klar ist aber schon jetzt: Die Universität Leiden zeigt mit „AI in Education" einen Weg, wie Hochschuldidaktik Verantwortung übernimmt, ohne in Technikpessimismus zu verfallen. Das ist genau die Haltung, die wir für unsere eigene Schulpraxis brauchen – geduldig, konstruktiv und mit beiden Beinen im Klassenzimmer.